Die schöne MedUni

Missstände aufdecken, Ungerechtigkeiten anzusprechen und nicht-nachvollziehbares aufzuzeigen ist notwendig! Mit der Eierlegenden Wollmilchsau und unserer Kampagne „Weshalb tu ich mir das an?“ haben wir in den letzten Jahren in zahlreichen Gesprächen, in den Gremien und innerhalb der Kampagne genau dort hingesehen, wo der Schuh drückt. Es hat sich gezeigt: Es drückt an etlichen Stellen.

  1. Wir müssen die MedUni besser machen!
  2. Wir brauchen ein neues Karrieremodell an der Klinik
  3. Wir müssen UNIversität als EINheit verstehen
  4. Lehre
  5. Leben an der MedUni
  6. Frauen* an der MedUni
  7. Diversität an der MedUni

Wir müssen die MedUni besser machen!

Die MedUni ist als Organisation einzigartig. Wir sind der größte medizinische Ausbildungsstandort im deutschsprachigen Raum, betreiben Gemeinsam mit der Gemeinde Wien das größte Spital Österreichs und zählen zu den bedeutendsten biomedizinischen Forschungsinstitutionen Europas sowohl im nicht-klinischen als auch im klinischen Bereich.

Damit diese einzigartige Organisation auch ein schöner Arbeitsplatz für uns alle ist, müssen wir gemeinsam an einer besseren MedUni bauen. Denn nur, wenn man auch weiß, was man will, und wie man es will, kann man in den Forderungsmodus einsteigen.

Wir sind im engsten Austausch mit unseren KollegInnen und haben gemeinsam folgende Punkte identifiziert:

Wir brauchen ein neues Karrieremodell an der Klinik

Der Triple-Track ist endlich stark hinterfragt. Durch steten Einsatz ist es gelungen, aufzuzeigen, dass auch wir MedUni-Mitarbeiter:innen keine Eierlegenden Wollmilchsäue sind. Die Anforderungen sind zu hoch und veraltet.

Wir setzen uns ein für ein Karrieremodell mit den drei Säulen Klinik, Forschung und Lehre. Aber es soll eine Schwerpunktsetzung möglich sein:

  • Karriere mit Lehre: Die IKV-Lehre ist ein erster Schritt in diese Richtung.
  • Karriere mit Klinik: Das AKH wurde rezent in die Top 25 der besten Spitäler weltweit gewählt. Daran weiter zu arbeiten, muss auch innerhalb der Universität etwas wert sein
  • Karriere mit Forschung: Spitzenforschung braucht mehr Zeit, als ihr derzeit im Kliniker:innen-Alltag zugestanden wird.

Wir müssen UNIversität als EINheit verstehen

Die „Vorklinik“ muss endlich als Teil der Universität ressourcenbedingt anerkannt werden. Die unterschiedliche Gehälterstruktur bei Fachärzt:innen ist nicht einzusehen. Ebenso muss bezüglich der Kettenvertragsregelung eine nachvollziehbare und nachhaltige Lösung angeboten werden.

Wir sitzen alle im gleichen Boot!

Auch wenn es manche anders aussehen lassen wollen – wir sitzen alle im gleichen Boot. Klinik und „Vorklinik“. Wir brauchen im Wesentlichen dasselbe: Zeit und Ressourcen, um unsere Wissenschaft, unsere Lehre und unsere Profession voranzubringen und so die MedUni aufzuwerten.

Wir brauchen alle Grantmanager:innen, Zeit für Wissenschaft, Zeit für Lehre, Zeit für unsere Studierenden, wir brauchen alle Unterstützung bei zeitaufwändigen Tätigkeiten wie Paper einreichen, Grafiken verbessern, Statistiken berechnen.

Ziehen wir hier gemeinsam an einem Strang und lassen wir uns nicht auseinander dividieren.

Lehre

Die Lehre ist das Herzstück einer Universität. Die MedUni ist der größte medizinische Ausbildner in Österreich. Uns ist es ein Anliegen, dass unsere Studierenden weiterhin gut ausgebildet sind und sich gerüstet fühlen.
Das Medizin-Curriculum ist mittlerweile in die Jahre gekommen, Neues wartet auf Integration, Redundanzen sollten eliminiert werden. Es bedarf dringend einer nachhaltigen Erneuerung orientiert an internationalen Vorbildern.

Die IKV Lehre ist ein großer erster Schritt. Aber nicht nur für diejenigen, die eine IKV erfüllen wollen, sollte es sich lohnen, in der Lehre aktiv zu sein. Auch die Führung der MedUni muss glaubhaft vermitteln, dass die Lehre das Herzstück der Universität ist.

Leben an der MedUni

Wir sind uns einig, dass Kolleg:innen der MedUni bereit sind, einen sehr hohen Einsatz, viel Zeit, Schweiß und Liebe in die Arbeit zu investieren. Hierzu braucht es gute KA-AZG-Vertreter:innen, um Schutz und Legalität zu gewährleisten. Aber auch um die Arbeitsanforderungen lebbar zu machen.

In Zeiten, in denen man eine Familie aufbaut, oder Angehörige besonders bedürftig sind und uns brauchen, brauchen wir Mitarbeiter Unterstützung durch die MedUni.

Die viele Zeit, die wir hier verbringen, wollen wir gut verbringen. Dazu gehört, dass wir Möglichkeiten zur Bewegung (Stichwort: Fitnessstudio), gesundes Essen und gute Infrastruktur (Internet, Hardware) vorfinden. Dass wir umweltbewusst zur Arbeit kommen können (Stichwort sichere Fahrradabstellplätze) und dass wir die gesellschaftliche Verantwortung bezüglich des Klimawandels auch an der Institution wahrnehmen können (Stichwort Green Lab, Green University, Mülltrennung, Abfallvermeidung).

Wenn wir Kinder haben, brauchen wir einen Kindergarten. Es ist leichter, wenn dieser auch noch nahe dem Arbeitsplatz ist.

Frauen* an der MedUni

Die gläserne Decke an der MedUni schlägt sich in Daten nieder. Daran hat der Professor:innencall nicht genug geändert. Wir werden uns weiterhin lautstark für eine MedUni der Chancengleichheit einsetzen.
Hier gilt: Unterstützung bei Betreuungspflichten ist wichtig, aber es geht auch darum die „richtige Karriere“ an die Lebensrealität anzupassen. Hierzu muss der verpflichtende Auslandsaufenthalt, oder die Definition von Junior-Professuren neu verhandelt werden.

Eine ganz kurze Tour durch das grüne Bettenhaus reicht leider um zu erfahren, dass auch 2022 noch „Frauen können einfach nicht operieren“ zur üblichen Sprache an unserer Institution gehört. Das ist inakzeptabel und hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Diversität an der MedUni

Nicht nur Frauen werden auch 2022 noch diskriminiert. Unsere MedUni ist zu groß, um nicht vielfältig zu sein und hierauf auch stolz zu sein. Beginnen wir endlich Diversität zu feiern und in unseren Alltag einzubinden.

Die MedUni ist riesig, und es gibt sehr viel zu tun. Und obwohl wir alle keine eierlegenden Wollmilchsäue sind, so sind wir dennoch unglaublich engagierte und kreative Menschen, die sich hier zusammenfinden und ihr Bestes geben. Das verbunden mit klaren, machbaren und engagierten Zielen führt zu einem gemeinsamen Ziel:

MedUni – was wirst du schön sein!